Sonntag, 20. Mai 2012

Shoppen bei Hempels unterm Sofa

Schicke Schuhe!
Primark ist ja auch immer eine Reise wert. Wenn man auf Sozialstudien steht und richtig lachen will, ist man an einem Samstagvormittag (am besten am Monatsanfang oder am Brückentag oder in den Schulferien) in dem Laden fantastisch aufgehoben. Im Stau sind alle gleich. Und bei Primark.
Ich kenne jetzt nur die Filiale hier in der ShoppingMall, die an sich schon durch ausgesprochen exquisites Publikum brilliert, vielleicht ist es woanders besser.


Jedenfalls geht es in dem Laden zu wie im Krieg. Als ob es nie wieder Klamotten zu kaufen gäbe. Und man nur Klamotten kaufen gehen kann, wenn man die gesamte Großfamilie inklusive Omma mit Rollator, den Zwillingen im Kinderwagen und Hund mitnimmt. Und die Teeniemädels führen sich auf, als ob JustinBieber sich gerade nackich gemacht hätte. HYS-TE-RIE! Aber nicht nur die. Auf der Rolltreppe konnte ich Zeuge eines Dialoges zwischen zweier Thirtysomethings werden: "Wir fangen dahinten an und arbeiten uns dann nach dort vorne durch". Ohnehin ist dieser Laden fest in Frauenhand, der Vollständigkeit halber gibt es auch ein Boys-Departement, aber 80% der Ware ist "Weiberkram". Taschen, Schuhe, Unterwäsche, Taschen, Blusen, Schmuck, Taschen... Die Männer stehen entweder draußen rum und verbrüdern sich kettenrauchend mit anderen Leidensgenossen oder stehen mit abwesendem Blick herum "Ja Schatz, das sieht toll aus, nein, diese Tasche lässt dich nicht fett aussehen, auf keinen Fall wirken diese pinken Plateaulackpömps billig".

Was ich besonders erstaunlich finde: Ganze Busladungen von Mädchen treffen sich und machen sich auf 2 Stundenwege, nur um dort einkaufen zu gehen. Säckeweise. Wow.

Primark ist toll für Taschen, um sie unter den Schreibtisch zu werfen (Büro) und Schals/ Tücher/ Umhängeblingbling. Die Klamotten passen mir da in den seltensten Fällen, die Hosen sind wohl nur für  Frauen unter 1,70 geschneidert und die Oberteile für Körbchengröße 70A. Die Preise sind natürlich am untersten Ende, billiger gehts vielleicht noch in der Kleiderkammer oder auf dem Flohmarkt. Aufgeräumter ist es da aber auch nicht. Ok, die Umkleidekabinen sind notorisch überlastet, wenn Rushhour ist, aber warum muss man die Plörren erst zusammenraffen, zwischen den Gängen ausselektieren und dann einfach fallen lassen, wenn man sie nicht will? Unser Omma wäre entsetzt gewesen, die guten Sachen! Gut? Die Qualität ist auch nicht besser oder schlechter als bei den anderen Ketten à la H&M, Zara und Co. Und auch die lassen billig in Indien schneidern. Wer nicht? Da bezahlt man nur noch die Werbung und die schicke Innenaustattung mit. Und dass es ab und an mal "Designer"-Klamotten gibt. Wo dann die halbe Stadt mit herumfällt.

Mahlzeit!

Mono

Kommentare:

  1. Ach, das ist ja noch gar nix. Du musst in die Filiale in London auf der Oxford Street. Es ist die Hölle. Jedesmal. Egal an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit. Von den deutschen Primarks in denen ich bis jetzt war, war ich eher positiv überrascht. Wobei ich da auch meist ausserhalb der Stosszeiten war.

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  2. Wenn du vor einigen Wochen einen kleinen dunkelhärigen Lockenkopf in Größe eines Meterstumpens (begleitet von einem bayerischen Fluch-und Schimpfslang udn zwei weiteren hysterisch kreischenden Freaks) unter den Klamottenständern krabbeln hast sehn: das war ich!

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  3. ..aber ist doch bekloppt - da wird ein Lidschatten-Quad für 50€ von ST Lauda und Konsorten gekauft, für die MÄC-LE, die andauernd auftretenden wird die besagte Omma verkauft und dann werden auf der anderen Seite die allerallerbilligsten Klamotten gekauft resp. sich drum geprügelt.

    Wenn schon, denn schon, aber für wertige Mode reicht das Geld dann allem Anschein nach nicht mehr.

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  4. Natürlich ist das bekloppt. Die meisten Sachen sind eher "trendy", sprich man kann sie eh nur ein paar Mal anziehen. Wie die Schuhe oben im Bild (sowas trage ich i.A. zum Rasenmähen (^.^) )
    In einem anderen Blog hab ich mal gelesen: wenn eine eine Tasche von hat, wird in den Kommentaren geätzt, aber wenn sie 8 Tüten von Primarkpröddel zeigt, wird sie angebetet. Strange.

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  5. Primark in London war eine Qual, Primark in Essen zumindest nicht ganz so überfüllt. Aufgeräumt ist auch auf jedenfall anders und die Klamotten ja wer da rein passt ist auch schon nicht mehr zu beneiden. Ich muss sagen meine erste Primark Tasche hat gut ein halbes Jahr gehalten, ein paar Haarspangen, und ein Portmonnaie sind auch von dort, aber wirklich große Einkäufe kann und will ich gar nicht machen.
    Tief in meinem Herzen bereu ich es zwar, dass ich damals nicht für 4 Euro die doofen Stoffschuhe mit genommen habe, welchen ich seit Wochen hinterher renne, aber billig ist auch nicht alles. Und mein Gott es sind nur Schuhe/Shirts/Taschen ..

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