Mittwoch, 25. April 2012

Glossybox, der Unmut wächst

Nach der Preiserhöhung letzten Monat gibt es nun den nächsten Aufreger beim Berliner BeautyTrend-Produkt "Glossybox".
Statt wie von den Kundinnen erwartet die Auslieferung gegen Ende dieser Woche zu avisieren, verspätet sich die Box um eine Woche, angeblich, weil noch ein superdupertolles Trendprodukt aufgegriffen und mitversendet werden soll. Interessantes Konzept, wo doch schon die Glossybox Style kläglich gescheitert ist, werden wir nun live, in Farbe und bunt Zeuge des Unterganges des nächsten Flagschiffs der Samwer-Brüder? Oder: ist der Rahm nun abgeschöpft, genug Adressen mit goldwerten marketingrelevanten Daten über Konsumverhalten der interessantesten Zielgruppe der 20 bis 30-jährigen abgegriffen und das Interesse an einem stabilen Kundinnenstamm sinkt jetzt? Oder hat man sich schlicht übernommen, ist eigentlich gar nicht in der Lage, ausreichend Produkte zu aquirieren, Lager und Logistik auf die Reihe zu bekommen, Kundenkritik ernstzunehmen und zu reagieren, fehlt gar Cash? Ein Unternehmen, das auf langfristigen Erfolg ausgelegt sein soll, agiert anders.


Die Zusammensetzung der Boxinhalte waren in den letzten Monaten zum Teil schon merkwürdig. Nachdem still und leise die eigene Beschreibung auf der Webseite von "Highendprodukt" zu "Trendprodukt" umgelabelt wurde, wunderte sich so manch eine Abonnentin über 4711 und Creme21, oder Probengrößen, die man in der Kosmetikabteilung großer Kaufhäuser händevoll über den Tresen geschoben bekommt. Ganz klar, dass sich die sehr etablierten HighEnd-Marken nicht auf so ein Probenverteilen nach dem Gießkannenprinzip einlassen wollen, deren Standing am Markt ist eh festgemeißelt. Allein Newcomer könnten die Box als Chance sehen, ihren Namen bekannt zu machen. Die Frage ist aber dann wieder, können solche kleinen Nischen- und Newcomerfirmen überhaupt Produktproben in der benötigten Menge stellen? Schliesslich scheiterte ein anderes Unternehmen im Kosmetiksegment genau an solchen Lieferschwierigkeiten. Beautydeal wurde damals eingestampft, weil durch die große Nachfrage der Lieferant nicht mehr bereit war, zu entsprechenden Preisen zu liefern. Absehbar, aber dennoch ging man das Risiko ein... warum? Tja. Wenn es sich nicht lohnen würde, würden die Brüder S. das nicht betreiben.


Stay tuned und haltet die Popcornmaschine warm!

Mono

1 Kommentar:

  1. Sehr gut erkannt, sehr gut beschrieben. That´s it. Als Unternehmensberaterin sehe ich das genau so.

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