Samstag, 7. April 2012

Blogspotting #4 Der Erkenntnis eines in sich geschlossenes Systems


Dem Erlangen eines hinreichenden Marktwertes durch aktive Teilnahme am Wirtschaftssystem

oder

Der Erkenntnis eines in sich geschlossenes Systems


Das Dasein in der Virtualität ist überhaupt ein Kennzeichen des modernen Kulturmenschen: Er grast dort auf seinen Lieblingsweiden ohne zu erkennen, dass deren Nahrhaftigkeit gen Null tendiert. Höchstens kurzen Augenschmaus bereiten, welcher verdeckt, dass er auf den Förderbänden massenhaft beschrittener Endlosspiralen dahinschreitet. Und führt eine solche doch zum Ausgang, so nur, um im Röhrensystem eines wegbrechenden Bodenblechs gefangen zu werden. Ein Signal, welches als Erlösung verkannt wird. Der immer schnellere Sog bleibt im Rahmen dieser bäuchlings mit nach vorne gestrecktem Kopf angetretenen Rutschpartie durch die drahtlosen Verbindungswelten nur zu gern mit Freiheit verwechselt.

Verkennend, dass Funkübertragung nur entmaterialisiert stattfinden kann – welche einzig im Durchdringen eines riesigen Hex-lers genehmigt wird. Spürst Du die Schnittmesser voraus erst mal die Schädeldecke entblößend - wie den nicht perforierten Deckel eines weichgekochten Eies, der vom Messer als Kappe abgeschlagen wird -, entweicht Dir das Hirn wenige Sekunden später mit dem gewaltig beeindruckenden Fluss eines dürftigen Rinnsals mentaler Inkontinenz. Fühlst Du Dich der Realität schon deutlich näher! Denn anders als im Netz der Fiktion bedarf es hier keines Überlegens mehr, wie man sich bestens kaschiert. Kaschiertheit geschieht hier per se. Wollte man früher noch herausstechen und anders sein, bemühte man Mode, um sich abzugrenzen und Individualität zu entwickeln, so nutzt man sie derzeit, um sich in erneuter Anonymität zu begraben.

Jede Kette um die Ecke auf den Champs-Élysées führender Innenstädte dieser Welt bietet griffige Anhaltspunkte für einen globalisierten Domestizierungsprozess des eigenen Animalischen. Scheibchen um Scheibchen radiert das Hex-lermesser den Schädel mitsamt Inhalt. Manch einer verwechselt es mit einer Computertomographie, da er als Kind multimedialer Bildung nicht nur Eigendiagnose lernte, sondern Eigenbehandlung einge-house-t bekam.
Während dann das Augenlicht langsam verloren geht im immerwährenden Aufblitzen der Realität, begreift manfrau sich als Geschöpf mit eigenen Ansprüchen. Diese gründen tief, resultieren aus der früheren Konfrontation mit virtuellen Welten, welche als Brut eines Déjà-vues die gerade noch verbliebenen, tiefer als die Nasenwurzel liegenden, neuronalen Synapsen besetzten. Zum Schutze vor der eigenen, letzten Erkenntnis, vor deren brachialer Gewalt hüllt man sich in hex-lerresistente Kleidung, vorzugsweise mit namhafter Belabelung. Der gemeine Hex-ler bedient sich in Zeiten künstlicher Intelligenz jedoch derer, die seinem Zugriff zu entweichen versuchen. Zentrifugal abgetrennt sammelt er deren Hirnmasse in Frankensteinscher Manier auf. Verrührt diese im Mörser eigener Labore. Entwickelt die Fähigkeit seinerseits zu denken, besser als es die Organspender mit ihrer nicht kollektiv vernetzten Fett-Eiweiß-Konjugaten je vermochten.


Er wirkt auf die Qualität ein, manipuliert diese, konterkariert sie, indem er dem Trend entspricht: Er gründet weltweit agierende Superstores, die Einheitsware zum Einheitswahn hochstilisieren. Solchermaßen entzieht er seinen Opfern, fortan Kunden genannt, nicht nur Selbstbestimmung und Identität, sondern auch Kaufkraft. Hängt man erst am Haken dieses perfiden Systems folgt die Tranchierung des Egos in vielen kleinen Schnitten. Ungebremst. Ungeschützt. Und hui wird Kleidung mitsamt Inhalt zerschnipselt zu langen Strängen gewirkt, die kollektives Fesseln ohne Blessuren ermöglichen. Ist man diesen erst verhaftet, liegt der nächste Schritt nahe. Die Suche nach einer Hall of Fame, nach einer Aula der eigenen Verlorenheit, nach einer Vernissage der Selbstinszenierung. Eine solche lässt sich leicht googlen und die Initialisierung des hinreichend beschriebenen Prozesses beginnt aufs neue: Mehrfach gehex-elter Kompost ist der bessere Nährboden für Realitäten!

1 Kommentar:

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