Mittwoch, 29. Februar 2012

Blogspotting #1 Scary Bloggy


Ehrlich? Manchmal finde ich Beautyfashionblogs schon unheimlich.
Wirklich begeistern tun mich die deutschen Beautyfashionblogs größtenteils nicht, Gründe könnten sein: weil die meisten Bloggerinnen eine andere Altersklasse, ein anderes Prioritätensystem, eine andere Sicht auf die Dinge haben.

Multiplizieren statt initiieren

Die meisten setzen nicht wirklich selber Trends, sondern wirken nur als Multiplikator und spielen die Szenen nach, die sie in Mode- oder Einrichtungszeitschriften oder in DailySoaps gesehen haben. Oder auf anderen Blogs. Und das mit einer altbackenen, langweiligen Trutschigkeit, 100 mal ganz individuell das gleiche Primark-Shirt mit den gleichen H&M-Ankle-Boots und der taupefarbenen ZARA-Tasche.

Ja, die meisten dieser Blogs sind einfach unsagbar öde. Öde geschrieben, ohne Personality ohne Highlights. 100 Blogs und 100 mal die gleiche LE-Ankündigung auf rosa-pinken Blogspot/Wordpresstemplates und darunter 100 mal die gleichen Kommentare. "Oh tolle Bilder, du bist so hübsch, besuch doch meinen Blog". Da ist es schon fast innovativ, wenn eine Bloggerin auf die tolle Idee kommt, aus einem normalen Schal einen infinity scarf zu zaubern, indem sie die Enden aneinandernäht. Voll DIY!

Einige wenige "Starblogs" schwimmen oben auf der Erfolgswelle, kritikbefreit, da von Heerscharen williger Supporter unterstützt, die hundertfach denselben Content reproduzieren, Einwand und Nichtzustimmung wird zu Neid deklariert. Wenn man den richtigen Content generiert, die Leserschaft mit immer neuem Input anfixt, nicht zickt und sich sozial erwünscht verhält, wird man dafür in Form von zustimmenden Kommentaren, Leserzahlen und mit Gratisprodukten aus den PR-Büros der Kosmetikbranche versorgt. Als finaler Adelsschlag winkt eine Einladung zu einem namhaften Event oder eine Erwähnung in einer Beautyzeitschrift. Das Multiplitzieren geht weiter...
Bloggerista, die den Olymp der "ganz Großen" erreicht haben, können auch mal über runtergefallende Wattestäbchen und Tamponkauf berichten... "du bist so hübsch, besuch mal meinen Blog <3"


"Widdewiddewit, wie sie mir gefällt".

Diesen Look habe ich für euch geschminkt, auch wenn er nicht alltagstauglich ist. 
Kommt mir so vor, als ob einer auf den Markt geht, liebevoll Zutaten auswählt, frisches Gemüse, edlen Käse, in mühsamer Kleinarbeit ein opulenten Mahl kocht und es dann unter ständigem Rühren ins Klo kippt.
In der kleinen eigenen Look@me-Bloggerwelt geht das, kritikbefreit kann man in endloser Reihe Artikel nach Artikel minutiös beschreiben, erhascht steten Beifall für die Berichterstattung aus dem eigentlich durchschnittlichen Leben. Runtergefallene Wattestäbchen zum Beispiel. Unangenehmes, Reibung Verursachendes kann diskret gelöscht werden, ohne dass man sich wirklich damit auseinandersetzen müsste, anders als draussen im realen Leben, wo man auch dumme Kommentare verkraften lernen muss. Seltenst liest man kritische Auseinandersetzungen mit anderen Themen, die Menschen in dem Alter bewegen sollten. Bildungsnotstand z.B. Eigentlich in jedem Alter, aber ich halte es für ein Privileg der jungen Generation, den Finger in Wunden zu legen, gegen die Alten zu rebellieren. Hier wird aber nur das Leben der eigenen Eltern weitergelebt. Ich gehe heute abend mit meinem Froind essen und in unserer gemeinsamen Wohnung machen wir am Samstag Raclette mit Flo und Annabelle. Ich und mein Ego.

Nein, es sind nicht alle aus der Generation so, sie sind auch nur Kinder ihrer Zeit. Genauso wetterten unsere Altvorderen über unsere Nichtsnutzigkeit, außerdem würden wir alle mit spätestens 40 im Rollstuhl sitzen, weil wir immer nur Turnschuhe trügen. Ich bin kurz vor 40 und stehe immer noch senkrecht auf beiden Beinen.

Mono

Kommentare:

  1. Und was ist hier die Intension? Die einzig wirklich coolen Bloggerinnen sind die, die nicht bloggen. Wie ich :feile.

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